Nachbericht_71. Slam B_12.05.17

Wenn man mit geschwollenem Auge aufwacht, am Vorabend keinen Alkohol getrunken hat, dann ist frau schon ein wenig verwundert und der Nachbericht musste warten.

Mai Slam Termin ist immer schwierig, ich mittlerweile schon skeptisch, wie es wird, aber gestern hat es dann doch geklappt, alle Sitzplätze waren belegt, trotz erstmals sommerlichen Temperaturen. Auf der Anmeldeliste nur 11 TeilnehmerInnen, 4 hatten ihr erstes Mal. Derzeitiger Zwischenstand an Menschen, die auf der Slam B_ühne gestanden sind, in 8 Jahren, 305 (!), davon 180 Männer, 125 Frauen.

Erstmals, dass alle Anmeldungen auch starten konnten, bei den SlammerInnen war die Freude groß. Eröffnet hat den Abend Antonia, ihr macht die derzeitige politische Lage Sorgen, da hilft nur noch, „zurück zur Bar und zurück zu dem Typen.“ Sandy Gomez beschreibt ihre Texte selbst als tief, so würde ich das nicht sagen, aber Severin möchte man nach dem Text nicht heißen. „Er war so hässlich, dass sein Doktor ein Tierarzt war.“ Und das war eines der harmlosesten Zitate, die ich notiert habe … Martina Steyrer nahm sich den Frühling vor, denn „deine Macht ist die Pracht.“ Chris hat vor zwei Wochen erstmals bei einem Slam mitgemacht, da gleich in Berlin, nun erstmals auf Wiens Bühnen, „eigentlich kann man ihr nicht ausweichen.“ Das 1. Foto ging an … Sandy Gomez.

Avus Saliva, Slam B Stammslammer hatte wieder ein Experiment am Start, sein Text handelte von der Stille und erwünschte sich beim Abgang keinen Applaus, sondern Stille. Das Publikum gab ihm das und es folgte Applaus, wie Gehörlose das machen, was für ein schönes Bild im Saal. „So ist es auch die Stille, die unseren Worten Bedeutung gibt.“ Carina probiert auch immer neues aus, dieses Mal inspiriert vom morgigen Muttertag, sarkastischer Text an Frau Mutter: „Mutti, könntest du mir bitte mehr Geld überweisen, denn das Studentenleben ist hart.“ Erstmals bei Slam B – Katharina Wenty, sie „weiß nichts über das Getränk, außer, dass es Flügel verleiht.“ Das 2. Foto ging an … soll ich es euch wirklich verraten … Avus Saliva.

Erstmals als Einzelstarterin mit dabei – Annemarie oder in diesem Fall eher Annika statt Pippi oder auf Tinder leicht zu finden, weil „sie auf der Suche nach einem Brieffreund ist“ was dort für Verwirrungen sorgt. Philipp Quell, der Slam B Zuwachs in dieser Saison, beeindruckte wieder mit seiner Darbietung, auswendig und „er klingt schon wie ein veganes Dinkelbrot, das Leben ist kein Vergnügen.“ Selina hat sich spontan zum Mitmachen entschieden, weil noch Startplätze übrig waren, danke für die Spontanität und gut, dass die Texte am Handy gespeichert waren, „dein Alter sinkt, plötzlich bist du jung.“ Starter Nr. 11 Peter Rusiczka (auf tschechisch heißt das Röslein und wahrscheinlich habe ich es wieder falsch geschrieben, sorry) gab Schind Psalme zum Besten, „danach lebt gefälligst ewig.“ 3. + 4. Foto gingen an … Annemarie und Philipp Quell, das Publikum wollte beide weiter und ich stimmte zu, aber gewöhnt euch nicht daran ;-))

PAUSE

FINALE

Sandy Gomez: „Ich rieche überall anders, da ist für jeden was dabei.“ Ich fühlte mich sehr an die „Liebessachen und Heiratsgeschichten“ von Elizabeth T. Spira erinnert.
Avus Saliva: „Es ist ein Montag, aber es fühlt sich an, wie ein Freitag.“ Tagebucheinträge eines Tintenfisches?
Annemarie: „Dir fehlt die Luft zum Atmen.“ Text über die Familie.
Philipp Quell: „Rot, rot und nochmals rot, diese Scheiß Erziehung.“ Ein Text für Papas 60er vom kreativen Sohnemann.

Über das Falter-Halbjahres-Abo, ein neues paperblanks, Bananenblatt, Reportage und Literaturhaus Stoffsackerl freute sich … die Siegerin des Abends … die mit ihren Texten das Publikum zum Lachen brachte und den goldenen Stift erhalten hat … SANDY GOMEZ. Gratulation!
2. Philipp Quell
3. Annemarie
4. Avus Saliva

Einen Slam B im Literaturhaus Keller gibt es noch vor der Sommerpause. Nicht vergessen: Freitag, 9. Juni 2017, 20 Uhr, bei freiem Eintritt und mit offener Liste.

Bis dahin, genießt das schöne Wetter und das Leben.
*diana*